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...meine ganz privaten Anmerkungen zu dem ganz normalen Wahnsinn in diesem Land !
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:: Freitag, April 30, 2004 ::

Humor ist, wenn man trotzdem lacht !
Hier ein kleines Bonmots, welches mir gestern im aktuellen Stern begegnet ist:
Frage: Was ist der Unterschied zwischen Sonne und Kohle ?
Antwort: Die Sonne verschwindet im Westen !
Hmm, sind solche Witze eigentlich politisch korrekt ? Vermutlich schon - ist ja schliesslich rein deskriptiv und nicht wertend ! ;-)
:: Bjoern @ 11:00 | Link ::

:: Dienstag, April 27, 2004 ::
Alle Jahre wieder...
Woran merkt man, dass es Frühling wird im rotgrün regierten Deutschland ?

Ganz einfach: morgens zwitschern wieder die Vögel, die Bäumen fangen an zu blühen, die Sonne scheint und die Wirtschaftsforschungsinstitute senken ihre Wachstumsprognosen für's laufende Jahr...
Deutsche Schlagzeilen aus dem Frühjahr 2003:
  1. Institute senken Wachstumsprognose
  2. Kommentar: Deutschland hinkt weiter hinterher
  3. Clement rechnet mit konjunktureller Belebung

Deutsche Schlagzeilen aus dem Frühjahr 2004:
  1. Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognose für Deutschland
  2. Deutschland hinkt Weltwirtschaft hinterher
  3. Clement widerspricht Frühjahrsgutachten
Irgendwie ist es doch schön, dass es in dieser hektischen Welt des ständigen Wandels noch ein paar Konstanten gibt, oder ?

In ein paar Wochen wird dann Hans Eichel wieder total verwundert feststellen, dass, entgegen aller Erwartungen und Beteuerungen, auch dieses Jahr das Loch in seinem Haushalt noch einmal ein ganzes Stückchen größer geworden ist.

Und spätestens dann wissen wir, der Sommer ist nicht mehr fern...

...ich hol schon mal den Grill !! ;-)
:: Bjoern @ 14:51 | Link ::

:: Montag, April 26, 2004 ::
...politics: Ausbildungsplätze sind bei Gewerkschaften Mangelware !
Es schaut ja wirklich so aus, als wenn der grosse Vorsitzende Münti unbedingt an dem Schwachsinnsprojekt Ausbildungsplatzabgabe festhalten will. Und das obwohl inzwischen sogar viele in seinen eigenen Reihen kapiert haben, wie unsinnig das alles ist.

Ein Grund dafür ist sicherlich die Tatsache, dass die Gewerkschaften enormen Druck machen, damit das geplante Gesetz auch wirklich Realität wird. Zur Zeit findet keine Talkshow dazu statt, ohne das dort nicht ein Gewerkschaftsfunktionär seiner tiefen Abscheu darüber Ausdruck verleiht, dass die gewinnverliebten Unternehmen nicht ihrer vaterländischen Pflicht nachkommen und ausreichend Ausbildungsplätze schaffen.

"7% aller Angestellten in allen Unternehmen und Branchen sollen doch zukünftig bitte schön Auszubildende sein - dann gibt man wieder Ruhe..." so die Botschaft, die Herr Sommer und seine Kumpane auf allen Kanälen verbreiten.

So weit, so gut !? Aber wie hoch ist eigentlich genau die Ausbildungsquote bei den Gewerkschaften ?

Immer wieder hört man ja die Vermutung, dass, obwohl man nach aussen so vehement für die armen Jugendlichen kämpft, die tatsächliche Schaffung von Ausbildungsplätzen beim Arbeitgeber Gewerkschaften nicht ganz so oben auf der Prioritenliste stehen könnte. Genaue Zahlen habe ich dazu allerdings bisher nie gesehen.


Jetzt zeigt ein Artikel in der Netzeitung, wie gross die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit hier tatsächlich ist. Der Anteil der Ausbildungsplätze liegt bei allen Gewerkschaften nämlich deutlich unter 7%, z.B.
Tja, irgendwie scheint man beim Unermüdlichen Einsatz für Ausbildungsplätze in Unternehmen, ein wenig die Realitäten im eigenen Hause aus den Augen verloren zu haben. Theoretisch würde das natürlich zukünftig schmerzliche Zahlungen in die Ausbildungskasse nach sich ziehen.

Aber ich bin sicher, dass IG Metall-Mitglied Müntefering noch schnell ein paar Ausnahmetatbestände ins schicke neue Gesetz zaubern wird, die die Gewerkschaften am Ende davor bewahren. Schliesslich sind deren knappe Mittel doch für den Klassenkampf gedacht und nicht für die Schaffung von Arbeitsplätzen...

Ach ja, übrigens: die SPD ist ja auch ein recht grosser Wirtschaftsbetrieb mit vielen Tochterunternehmen. Bei denen liegt die Quote gerade einmal bei 3,6%...

Noch Fragen ?
:: Bjoern @ 13:12 | Link ::

:: Donnerstag, April 22, 2004 ::
...politics: Blindes Huhn findet zwei Körner !
Bei dem ganzen Mist, den Rotgrün in den letzten Jahren so verzapft hat, fällt es einem schon schwer zu glauben, sie würden überhaupt etwas richtig machen. Um so erfreuter ist man dann, wenn sie es doch mal schaffen - und diese Woche gelang es ihnen gleich zwei Mal ! Herzlichen Glückwunsch !!

Zuerst bei der Wahl des neuen Bundesbankpräsidenten.

Für diesen Posten keinen inkompetenten Parteikader, sondern einen parteilosen, renommierten Fachmann zu nommieren, sollte zwar eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber nach all den Diskussionen im Vorfeld bin ich doch mehr also froh, dass uns das erspart geblieben ist.

Der zweite Treffer könnte die von Superminister Wolfgang gestern vorgestellte Initiative zur Deregulierung und Entbürokratisierung werden !

Sicher, derartige Initiativen gab es hierzulande schon viele. Normalerweise enthalten sie ausser ein paar schicken, aber unkonkreten Absichtserklärungen nix Substantielles und das Ergebnis sind fast immer mehr statt weniger Vorschriften: Rotgrün hat beispielsweise allein in den ersten 10 Monaten der laufenden Legislaturperiode 49 neue Gesetze und 387 neue Rechtsverordnungen erlassen !? Ein ordentliches Maß an Skepsis scheint also durchaus angebracht...

Aber wenn man sich das vorgelegte Papier mit seinen 34 Punkten mal genauer anschaut, könnte man fast das Gefühl bekommen, da meint es jemand ernst. Alles recht übersichtlich dargestellt und extrem konkret. Vielleicht Grund für ein wenig Hoffnung !?

Okay, okay - warten wir erstmal ab, was von all dem übrig bleibt, nach dem die grosse Beton-Koalition aus Gewerkschaften, Verbänden und Bürokratie die ganze Sache kritisch durchgesehen hat. Aber der erste Eindruck ist jedenfalls recht positiv...

...und ein bisschen Träumen wird man doch wohl noch dürfen, oder ? ;-)
:: Bjoern @ 11:53 | Link ::

:: Dienstag, April 20, 2004 ::
...politics: Klein ist die Welt !?
Während ich meine ausgedehnte Osterpause mal so langsam, aber sicher beende, scheint sich für Ex-Präsident Welteke nun doch eine längere kreative Pause anzubahnen.

Fast war ich gewillt zu glauben, dieses Mal würde es mit dem RausMobben doch nicht klappen. Aber am Ende behielt doch die heute-Reporterin vom ZDF Recht, die kurz vor Ostern frierend vor der Bundesbankzentrale stand und sich fürchterlich darüber beschwerte, dass Welteke immer noch an seinem Sessel klebte.

Sie meinte, wenn so viele Journalisten nach Verfehlungen suchen würden, dann würden die auch was finden - vollkommen unabhängig davon, ob man sich wirklich etwas zu Schulden hat kommen lassen oder nicht. Folgerichtig könnte man doch eigentlich auch sofort zurücktreten und ihr damit einen weiteren Aufenthalt in der vorösterlichen Kälte ersparen. Ihre wohlmeinenden Worte stiessen jedoch auf taube Ohren; Welteke blieb hart - zumindest vorerst !?

Aber am Ende fand man schliesslich doch noch etwas sachdienliches: die Monaco-Sause !!

Und so hiess es dann endlich Koffer packen und Abschied nehmen vom schönen Amt; wobei natürlich der erste Schreck - wie bei Politikern & Beamten üblich - mit einem satten (und sicheren !) Altersruhegeld abgefedert wurde ! Also alles halb so wild - der Steuerzahler zahlt ja gern & reichlich !!

Zugegeben, so richtig blütenrein war Weltekes Weste sicher nicht. Durch all die kleinen Gratis-Touren hatte er es seinen Gegner schon sehr leicht gemacht, ihn vor die Tür zu setzen.

Aber auf der anderen Seite habe ich doch ziemliche Zweifel, ob das Ergebnis ein anderes gewesen wäre, wenn er immer brav für Alles selbst bezahlt hätte. Er sollte weg und wie die Dame vom ZDF so richtig sagte, wenn man erst mal richtig sucht, findet man auch was. Wo ein Wille ist...

Interessanter ist da die Frage, wer dieses Mal im Hintergrund die Fäden gezogen hat.

Für die CDU ist der Fall eindeutig: Eichel würde gern das Bundesbank-Gold versilbern, um damit fix ein paar Löcher in seinem Haushalt zu stopfen, Welteke war dummerweise dagegen, also wurde er beseitigt... Klare Sache !?

War es so ? Keine Ahnung...

Interessant ist allerdings, dass die Adlon-Sause, mit der alles begann, angeblich von einem Klaus-Peter Schmidt-Deguelle im Auftrag der Dresdner Bank organisiert worden sein soll. Und wer Google mal kurz bemüht, findet recht schnell diesen interessanten Artikel hier:
"Klaus-Peter Schmidt-Deguelle ist einer der bekanntesten Strippenzieher in der Berliner Politikszene. Der gelernte Journalist war bis 1998 Regierungssprecher von Ministerpräsident Hans Eichel in Hessen und kam anschließend als sein Berater ins Berliner Finanzministerium. Dort verpasste er Eichel das Image des Kassenwartes der Nation und vermarktete dessen Sparpaket erfolgreich in der Öffentlichkeit. (...) Derzeit arbeitet er freiberuflich für eine PR-Agentur in Berlin und als Berater im Finanzministerium. (...)"
Wenn das alles stimmt, dann hat die gleiche Person, die für Hans Eichel die Medien "managet", auch gleichzeitig Weltekes Rechnung im Adlon bezahlt !?

Hmm, da kann man natürlich schon ein wenig ins Grübeln geraten, oder ? ;-)
:: Bjoern @ 19:56 | Link ::

:: Mittwoch, April 07, 2004 ::
...politics: Die Hatz geht weiter
Das im Irak gerade die Hölle losbricht, erscheint in den Medien hierzulande nur irgendwo weiter hinten unter Vermischtes. Darum können sie sich nämlich gerade nicht kümmern, denn sie sind viel zu sehr mit ihrem Auftragsmord beschäftigt. Und so beherrscht weiter Ernst Welteke die deutschen Schlagzeilen !?

Alle TV-Sender, Radionachrichten und Print-Medien bringen gleichgeschaltet die Geschichte um den "gierigen Luxus-Banker", wie BILD ihn seit gestern liebevoll nennt, ganz oben und langsam bekommt man den Eindruck, er hätte sich mit dem Bundesbank-Gold und der Putzfrau nach Südamerika abgesetzt...

Richtig vorn dabei: Spiegel Online, die praktisch im Stundentakt neue Sondermeldungen produzieren, wie z.B. diese hier...
WELTEKE-AFFÄRE: Koalitionspolitiker fordern Machtwort des Kanzlers

Gegen Bundesbank-Chef Welteke sind neue Vorwürfe laut geworden: Angeblich hat er sich nach dem Wiener Opernball einen Kurzurlaub bezahlen lassen. Die Bundesbank dementiert zwar. Inzwischen aber verlangen Mitglieder von SPD und Grünen vom Kanzler, die Affäre mit einem Rauswurf Weltekes zu beenden. (...)
Soweit ist es also inzwischen gekommen: der Spiegel plappert einfach so ein Gerücht aus der BILD nach, ohne es vorher irgendwie zu überprüfen und wertet nebenbei noch das Dementi des Angeschuldigten mit einem "zwar" ab.

Hat sich Welteke wirklich von einer österreichischen Bank zum Opernball einladen lassen ? Wen interessiert das noch, wenn das Gerücht als Nachricht schon ausreicht...

Ach ja, übrigens: gab es da nicht mal eine Affäre rund um einen Ministerpräsidenten, der im Aufsichtsrat eines grossen Unternehmens sass und sich von diesem ganz dick zum Wiener Opernball hat einladen lassen - und zwar alles inklusive ? Vielleicht sollten BILD, Spiegel & Co. das mal recherchieren !?

Infos dazu lassen sich eigentlich recht einfach finden...
:: Bjoern @ 09:37 | Link ::

:: Dienstag, April 06, 2004 ::
...politics: Who let the Dogs out !?
Kann mir mal bitte jemand verraten, war da Ernst Welteke aus seinem Job beseitigt sehen möchte? Es ist doch wohl kein Zufall, dass jetzt auf einmal eine Spesenrechnung aus dem Jahr 2001 zum Riesenskandal und Rücktrittsgrund aufgeblasen wird.

Erinnert irgendwie alles fatal an Herrn Gerster. Wenn das genauso läuft, dürften wir die nächsten Tage jeden Morgen dieselben Pseudoskandälchen und Trivialitäten neu aufgewärmt als grosse Nachricht serviert bekommen - so lange bis die Beute erlegt ist.

Auf jeden Fall spielen auch hier mal wieder alle Medien von Bild über FTD bis Spiegel brav die ihnen zugedachte Rolle als Jagd-Meute mit.

Ganz so, als wenn jemand dafür den Auftrag erteilt hätte, schlagen plötzlich alle auf einmal auf jemanden ein, der bis letzte Woche doch eigentlich (?) noch einen guten Job gemacht hat !?

Fragt sich halt nur, wer diese Art von Aufträgen erteilt !?
:: Bjoern @ 10:00 | Link ::

:: Montag, April 05, 2004 ::
...politics: Kleiner Fehler, grosse Wirkung
Hier noch ein kleiner Nachtrag zum Geniestreich Ausbildungsplatzabgabe...

Über die Ziele rotgrüner Politik kann man ja durchaus streiten - mal vorausgesetzt, es gibt sie. Die einen finden sie super, die anderen das Letzte. Und bei den Maßnahmen, die sich aus diesen Zielen ableiten, schaut es naturgemäß ganz ähnlich aus.

Aber was sowohl Befürworter als auch Gegner von Rotgrün die Köpfe schüttteln lassen sollte, ist die absolut dilettantische Art und Weise, mit der sie ihre Politik umsetzen. Inzwischen haben sie es ja sogar geschafft, dafür einen eigenen Terminus Technicus zu prägen: "Handwerkliche Fehler" !

Ein paar Beispiele gefällig ? Die missglückte Formulierung in der Köperschaftssteuerreform 2000, die Grosskonzernen versehentlich Milliarden Euro Steuergeschenke bescherte, Chronischkranke, die monatelang drauf warteten als chronischkrank definiert zu werden oder die Mautverträge, in denen man sich die Zahlung von Schadenersatz hat abschwatzen lassen... usw... usf...

Nun scheinen wir bei der Ausbildungsplatzabgabe gerade noch einmal an einem neuen Desaster vorbei geschlittert zu sein... allerdings nicht, weil jemand in der Regierung es gemerkt hätte...

Wie Spiegel Online berichtet, ist die Formel zur Berechnung des Betrages, den ein Betrieb zu zahlen haben wird, wohl ein wenig kompliziert geraden. So kompliziert, dass Rotgrün auch hier mal wieder etwas den Überblick verloren hat:
Nach den Zahlen eines "Ausbildungsplatzabgaberechners", den der DIHK im Internet zur Verfügung stellt, muss ein Unternehmen mit 100 Beschäftigten, das statt der geforderten 7 Lehrlinge nur 6 ausbildet, 4551 Euro Abgabe zahlen.

Ein Betrieb mit 1000 Mitarbeitern und 69 Azubis muss für die eine nicht besetzte Lehrstelle 9671 Euro bezahlen, und bei 10000 Beschäftigten kostet die fehlende Lehrstelle schon 60867 Euro. Völlig absurd wird es in einem Konzern mit 100 000 Mitarbeitern, aber nur 6999 Azubis. Die Ausbildungsplatzabgabe würde dann bis auf 572836 Euro steigen.
Ein Azubi zu wenig, kostet über eine halbe Million Euro Strafe ? Eigentlich vollkommen unglaublich, aber wahr ! Genauso unglaublich ist auch der Grund, wie dieser Fehler in die Gesetzesvorlage geraten ist:
Ursache für die Diskrepanz ist das Bestreben des federführenden Bildungsministeriums, die komplizierte Rechnung einfacher zu machen. Eine Verhältniszahl, mit der errechnet wird, um wie viel ein Lehrling die Strafzahlung mindert, ist abgerundet worden. Tatsächlich müsste sie aber bis auf mehrere Stellen hinter dem Komma angegeben werden, um das Auseinanderklaffen der Abgabe zu verhindern.
Tja, Bruch-Rechnung kann halt ganz schön schwierig sein. Und wenn man das Hantieren mit Zahlen den Deutsch- und Englisch-Lehrern überlässt, darf man sich wohl nicht wundern, wenn sich auch hier der ein oder andere handwerkliche Fehler einschleicht.

Zum Glück ist dieser hier rechtzeitig entdeckt worden. Denn mit der Akribie und Leidenschaft, mit der die deutsche Bürokratie auch den größten Schwachsinn umsetzet, sobald er erstmal Gesetz geworden ist, kann man wohl sicher sein, dass die sich das Geld auch geholt hätten.

Aber andererseits hätte man für die zuviel erhobenen Euros ganz sicher auch eine Verwendung gefunden. Das ist bei Rotgrün nämlich Kernkompetenz... ;-)
:: Bjoern @ 12:51 | Link ::

:: Freitag, April 02, 2004 ::
...politics: Ausbildungsplatzabgabe - der starke Staat läuft mal wieder Amok
Da gestern der 1. April war, hättte man es leicht mit einem Aprilscherz verwechseln können. Aber leider war es todernst gemeint, was da der frisch gebackene Vorsitzende Münti mit seiner Fraktion so zusammengestöpselt hat - nämlich den...
Entwurf eines Gesetzes zur Sicherung und Förderung des Fachkräftenachwuchses und der Berufsausbildungschancen der jungen Generation (Berufsausbildungssicherungsgesetz - BerASichG)
...und wie üblich bei rotgrünen Gesetzen, verspricht auch hier der komplizierte Titel so einiges. Wer kann schon was gegen die Sicherung und Förderung der Chancen der jungen Generation haben ?

Getragen wird das Ganze natürlich wieder einmal vom rotgrünen Leitgedanken des starken Staates, der alle Probleme lösen kann, so lange er dafür nur genug Geld von seinen Bürgern erhält.

Dementsprechend klingt es auch auf der zugehörigen Seite der SPD-Fraktion:
Finanzielle Förderung erhalten die Unternehmer, deren individuelle Ausbildungsquote die erforderliche Ausbildungsquote von 7 Prozent überschreitet. Umlagepflichtig sind alle Arbeitgeber mit 10 und mehr Beschäftigten, deren individuelle Quote unter der notwendigen Quote liegt und die keine besonderen Ausnahmen geltend machen können.
Auf den ersten Blick ganz logisch, auf den zweiten bleiben jede Menge Fragen.

Warum z.B, liegt die erforderliche Ausbildungsquote bei exakt 7%, nicht bei 6 oder 8 ? Wieso gilt das ab 10 Mitarbeitern, nicht ab 15 oder 20 ?? Ein Betrieb mit 10 Mitarbeitern muss mindestens 0,7 Lehrlinge haben ! Will Rotgrün so vielleicht Lehrstellen für kleinwüchsige Menschen schaffen ??? ;-)

Spass beiseite - ein solches Gesetz braucht halt starre Grenzen und die werden entweder recht beliebig gewählt oder beruhen auf irgendwelchen Durchschnittswerten, die Einzelfällen nie gerecht werden können.

Und was genau sind "besondere Ausnahmen" ? Wird hier vielleicht schon wieder der Grundstein gelegt für einen wirren Wust von Ausnahmetatbeständen und Sonderregelungen, die jedem Gesetz schnell auch das letzte bisschen Sinn rauben, dafür aber die Taschen vieler Lobbyisten füllen ??

Na gut, es ist nicht alles schlecht, denn Arbeitsplätze hat die Ausbildungsplatzabgabe - sorry - Umlage bereits entstehen lassen (aus Spiegel Online):
Die Ausbildungsplatzumlage macht Arbeit. Jetzt schon. 500 Menschen beim Bundesverwaltungsamt in Köln werden nötig sein, um zu erfassen, wer in den Augen von Rot-Grün zu wenig ausbildet und deswegen Geld abdrücken soll für jene Betriebe, die in Deutschland Lehrstellen schaffen.
Viel mehr werden es allerdings wohl nicht werden. Denn die Firmen, die heute des Geldes wegen nicht ausbilden, tun dies häufig, weil sie es wirtschaftlich zur Zeit nicht können. Schauen wir mal, was aus denen wird, wenn sie nun plötzlich weitere Kosten verkraften müssen - die absolut keinen zusätzlichen Umsatz bringen.

Treffen wird das wohl auch die Kommunen, weil sie aufgrund ihrer chronischen Finanzprobleme kaum noch ausbilden. Report Mainz berichtete z.B. vor ein paar Tagen über den Personalchef der Stadt München, der als SPD-Mitglied das neue Gesetz super fand - zumindest bis ihm klar wurde, dass er über 3 Mio Euro zahlen müsste, wenn es Realität wird. Seitdem beurteilt er die Idee etwas differenzierter: die Anderen sollen durchaus zahlen - aber er hätte für sich doch ganz gern eine von diesen Ausnahmeregelungen. Und falls es die nicht geben sollte, muss halt der Steuerzahler ran...

Interessant ist auch die Frage, wo all die eingesammelten Milliarden (minus Verwaltungskosten, versteht sich) hingehen werden ? Denn vermutlich gehen sie vor allem an gesunde Grosskonzerne, die ohne Probleme über ihren Bedarf hinaus ausbilden können und danach die nicht benötigten Lehrlinge einfach wieder vor die Tür setzen. Schliesslich werden sie demnächst kräftig dafür subventioniert - und das womöglich von den Gemeinden, die pleite sind, weil sie nach den diversen rotgrünen Reformen von eben diesen Unternehmen keine Steuern mehr bekommen !?

Einen gewissen Sinn für Ironie kann man Gerd beim Regieren nicht absprechen, oder ?? ;-)

Wie auch immer, sicher ist, dass die Ausbildungsplatzabgabe viele Effekte haben wird, nur leider nicht die, die man sich erhofft. Am Ende wird sie sich in die vielen unsinnigen rotgrünen Einfälle einreihen, die ihre Ziele nie erreicht haben, wie Ökosteuer, Scheinselbstständigengesetz, Riester-Rente oder die zahlreichen Gesundheits-, Renten- und Steuerreformen.

Und vermutlich glauben auch die SPD-Bosse nicht wirklich an ihr schönes neues Gesetz.

Die ganze Sache ist doch in Wahrheit nur der Versuch ein bisschen Balsam auf die geschundene Seele der SPD-Basis zu geben. Nach all den Grausamkeiten, die der Gerd ihnen zugemutet hat, muss das einfach mal sein !

Wenn dafür wieder einmal sinnlos Milliarden verschwendet und ein paar kleinere Firmen in die Pleite getrieben werden müssen, dann ist das für den neuen Vorsitzenden kein allzu grosser Preis. Schliesslich muss er ihn ja nicht zahlen. Das überlässt er einfach den Untertanen seines starken Staates !

Da bin ich doch mal sehr gespannt, was sich Münti in Zukunft noch so alles für uns einfallen lassen wird !?

Gesetzentwurf als PDF
:: Bjoern @ 11:14 | Link ::

:: Donnerstag, April 01, 2004 ::
...politics: Die Riester-Rente - das Mautsystem unter den privaten Renten !?
Das die Rente nicht mehr so ganz sicher ist, weiss man spätestens, seitdem mit dem heutigen Tage zum ersten Mal eine faktische Rentenkürzung in Kraft getreten ist.

Eigenvorsorge ist also angesagt und um die anzuregen, hat sich Rotgrün vor ein paar Jahren was ganz Famoses ausgedacht: die RIESTER-RENTE !!

Was Superministerin Ulla aber immer wieder gern als den grossen Durchbruch verkauft, entwickelt sich mehr und mehr zu einem der üblichen Rotgrünen Politik-Fehlschläge (aus Spiegel Online):
RIESTER-RENTEN-FLOP - "Alles noch viel schlimmer als befürchtet"

Die Riester-Rente erweist sich immer mehr als kompletter Fehlschlag. Selbst die wenigen Kunden, die Verträge abgeschlossen haben, verstehen sie meist nicht - und verschenken die Zulagen, die ihnen zustehen. (...)
Schon mehrfach war berichtet worden, dass die meisten Inhaber von Riester-Rente-Verträgen trotz ihres Anspruchs darauf keine staatliche Förderzulage beantragt haben. So berichtete die die ZDF-Sendung "WISO" im März, dass bisher fünf Millionen Verträge abgeschlossen worden seien. Indes seien gerade einmal 1,5 Millionen Zulagen gewährt worden. (...)
Tja, das illustre Grüppchen aus Lehrern, Juristen und Studienabbrechern, dass uns regiert, hat hier wohl mal wieder einen so undurchschaubaren Bürokratie-Dschungel geschaffen, dass niemand damit klar kommt !?

Oder war das Konzept dafür vielleicht ein frühes Werk der Macher von Toll Collect ?? ;-)
:: Bjoern @ 22:17 | Link ::

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