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...meine ganz privaten Anmerkungen zu dem ganz normalen Wahnsinn in diesem Land !
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:: Freitag, Mai 30, 2003 ::

Mai vorbei...wenigstens das Wetter war gut
Der Monat Mai ist fast vorbei und viel schönes gab es leider nicht zu berichten:
Superministerin Ulla machte die Zigaretten teurer und überlegte es sich danach wieder anders.

Während dessen blickte Superminister Hans in die gähnende Leere riesige Haushaltslöcher.

Und die wahren Gründe für den ganzen Ärger (z.B. diesen oder den hier), interessieren immer noch niemanden.

So werden wir die Schlagzeilen, die ich viel lieber lesen würde, auch weiter nicht zu sehen bekommen.
Tja, da bleibt einem wohl nur noch zu hoffen, dass wenigstens die Sonne weiterhin so nett scheint, wie zur Zeit ! Und das dies niemanden in Berlin zur Einführung einer Sonnenscheinsteuer inspiriert !!
:: Bjoern @ 20:04 | Link ::

Wolfowitz...irak: Kindermund tut Wahrheit kund !?
Hoppla, wollte da unbedingt die Wahrheit aus ihm raus oder hat er sich nur verplappert ? Wie auch immer: was Mr. Wolfowitz da in einem Interview so beiläufig erzählt, ist schon ein ziemlicher Hammer:
"For bureaucratic reasons we settled on one issue, weapons of mass destruction, because it was the one reason everyone could agree on," Mr Wolfowitz tells the magazine. The comments suggest that, even for the US administration, the logic that was presented for going to war may have been an empty shell.
Okay, gewusst haben wir es ja alle. Aber das Wolfowitz dies einfach mal so eben und ganz offen zugibt, zeugt schon von ziemlicher Chuzpe.
:: Bjoern @ 12:39 | Link ::

:: Mittwoch, Mai 28, 2003 ::
krankenkassen reform...politics: Es wird eng auf der langen Bank
Es geht voran, RotGrün macht Dampf: Superministerin Ulla hat heute mal wieder unser Gesundheitssystem gerettet und die Reform desselben durchs Kabinett gebracht.

Der Inhalt war ja schon relativ klar: alles mögliche wird teurer oder gleich gar nicht mehr bezahlt. Hinzu kommt noch ein bisschen Tabaksteuererhöhung und fertig ist die Reform ! Und weil soviel gestrichen wird und so viel zusätzliches Geld reinkommt, sinken die Krankenkassenbeiträge endlich mal wieder richtig... Hmm, naja, oder auch nicht... Seltsam - wie habe ich denn diesen Absatz aus der Sueddeutschen von heute zu deuten:
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt legte sich am Mittwoch nach dem Kabinettsbeschluss nicht fest, wann die gewünschte Entlastung erreicht werden kann. Die SPD-Politikerin schloss nicht aus, dass Arbeitnehmer 2004 zunächst höhere Beiträge zahlen müssen. Darüber hinaus kommen erhebliche Eigenleistungen auf Versicherte zu.
Tja, RotGrün lernt halt dazu: früher hat man den Bürger zur Kasse gebeten, ihm dafür sinkende Beiträge versprochen und die dann tatsächlich auch runterbekommen - zumindest kurzfristig. Nach kurzer Zeit stiegen sie dann aber wieder an und das Ganze fing von vorn an. Irgendwie unbefriedigend und alle haben ständig gemeckert.

Deshalb macht man das jetzt anders: man kassiert den Bürger ab, macht ihm aber gleichzeitig klar, dass er dafür nichts an Verbesserungen erwarten darf. Stattdessen stellt man ihm noch zusätzlich steigende Beiträge in Aussicht ! Bleiben dann die Kosten wenigstens konstant, freuen sich alle, weil es doch nicht so schlimm geworden ist.

Wenn es aber knüppeldick kommt und alles noch viel teurer wird, weil für richtige Reformen nie der Mut da war, kann man sich super rausreden, denn eigentlich hatte man ja sowieso nie erwartet, dass die eigene Arbeit erfolgreich ist !? Clever !! Ob da Ulla alleine drauf gekommen ist ?
:: Bjoern @ 18:23 | Link ::

:: Dienstag, Mai 27, 2003 ::
...politics: Heute so, morgen so
RotGrün macht weiter mit ihrem improvisierenden Regierungsstil: Statt die Raucher kräftig und auf einmal abzuzocken, wie vor 2 Woche noch beschlossen, hat man nun mal wieder ganz plötzlich die Meinung geändert: die Erhöhung der Tabaksteuer wird gemächlich in drei Stufen erfolgen...

Die Begründung dafür klingt genauso logisch, wie zynisch: eine so drastische Erhöhung auf einmal würde dazu führen, dass zu viele Raucher mit dem Rauchen aufhören würden. Ganz klar, und so was wäre natürlich nicht im Sinne der Bundesgesundheitsministerin.

Übrigens ist das dieselbe Ministerin, die vor 2 Wochen noch mitgeteilt hat, dass man im Herbst eine umfassende (und sicher nicht billige !) Kampagne gegen das Rauchen starten will...

Das ist aber mal wirklich logisch: denn würden vorher jede Menge Leute mit dem Rauchen aufhören, dann hätte Superministerin Ulla hinterher gar nicht mehr genug Geld für diese schöne Kampagne... Noch Fragen, Kienzle ?
:: Bjoern @ 21:04 | Link ::

:: Montag, Mai 26, 2003 ::
...politics: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert
Bremen ist schon ein Phänomen: Dort regiert seit 56 Jahren die SPD und ihre Bilanz ist wirklich beeindruckend. Nirgendwo sonst hat es eine Landesregierung so nachhaltig geschafft, eine ehemals wohlhabende Stadt in den totalen Ruin zu führen - da liegt selbst Berlin noch abgeschlagen auf Platz 2.

Gründe dafür gibt es viele, aber konsequente Vetternwirtschaft hat sicher einen bedeutenden Anteil an diesem "Erfolg". Immer wieder wurden unfähige Politiker und Beamte an die Spitze von Bremer Schlüsselunternehmen gehievt, die dann in Rekordzeit spektakuläre Pleiten herbeizauberten - natürlich nicht ohne vorher Millionen von Steuergeldern spurlos verschwinden zu lassen. Bestes Beispiel dafür: der Bremer Vulkan.

Vor 8 Jahren hat sich die SPD dann die Opposition mit in die Regierung geholt und seit dem bemüht sich dort eine große Koalition. Besser wurde es dadurch auch nicht: Spitze ist Bremen heute nur bei Verschuldung und Arbeitslosigkeit. Bei der Pisa-Studie z.B. ging es ganz nach unten, obwohl die Pro-Kopf -Ausgaben für Bildung in Bremen zu den höchsten in Deutschland gehören. Aber wirklich unwohl fühlt sich RotSchwarz deshalb nicht, denn irgendwann war man so pleite, dass man sich Sondertransferzahlungen vom Bund "erklagen" konnte: eine Art Bremer Spezial-Solidarpakt West, der, ähnlich wie der Solidarpakt Ost, alle Bürger solidarisch für die Folgen politischer Dummheiten zahlen lässt.

Seitdem fließen die Steuer-Milliarden und sollen eigentlich den Bremer Staatshaushalt sanieren. Aber weil eine proaktive Regierung nicht bloss rumsitzen und Schulden tilgen kann - das wäre ja auch echt langweilig - macht man das, was man wirklich kann: grosse Räder drehen und viel, viel Geld in wirklich dolle Projekte investieren !!

Zum Beispiel in den Space Park - ein hypergalaktisches Einkaufsparadies der dritten Art - vom Bremer Senat gefördert mit rund 500 Millionen DM. Leider wurde aber wohl vergessen, dass man für so etwas auch Einzelhändler braucht und die scheinen die Begeisterung der Politiker nicht so richtig zu teilen. Denn inzwischen verschiebt sich das Eröffnungsdatum immer wieder nach hinten, weil sich partout nicht genug Händler finden, die auch noch ein bisschen Geld in diesem Milliardengrab versickern lassen wollen. Zur Zeit angepeiltes Eröffnungsdatum: 19.12.2003... es bleibt spannend...

Aber was soll's: Bürgermeister Scherf ist wenigstens sympathisch, da verzeiht man ihm schon mal eine miese Regierungsbilanz. Und so wurde er gestern auch ohne Probleme wiedergewählt. Bis 2005 kann RotSchwarz also munter weiter drauflosregieren... Dann allerdings wird die Lage wieder ernst, weil in dem Jahr die schönen Transferzahlungen auslaufen und heute keiner weiss, wo ab dann all das viele Geld herkommen soll, was man so zum grosse-räder-drehen braucht.

Wirklich Sorgen muss man sich deswegen natürlich keine machen, denn kreative Wege zu finden, um an neue Steuermittel zu kommen, ist bei deutschen Politikern ja eine Kernkompetenz - dumm nur, dass das häufig die einzige ist...
:: Bjoern @ 19:38 | Link ::

:: Samstag, Mai 24, 2003 ::
Oskar...politics: Fehlerbild - Wer passt da nicht rein ?
Die SPD hat Geburtstag und meint, das wäre ein Grund zu feiern. Na gut, warum nicht: Herzlichen Glückwunsch !

Aber leider wird die Festtagslaune der geladenen Gäste ein wenig getrübt und zwar von jemandem, der nicht eingeladen ist. Nein, nicht von den Millionen Arbeitslosen, die sicher auch gern mal was zu feieren gehabt hätten, sondern von Deutschlands bekanntesten Frührentner: Oskar Lafontaine.

Der hatte den Genossen Gerd bereits mit Stalin verglichen, weil er Lafo nicht dabei haben wollte und sein Konterfei auch nicht das offizielle Party-Poster ziert, auf dem bedeutende SPD-Vorsitzende abgebildet sind:


Wenn man sich das Bild aber so anschaut, fällt es einem schwer die Aufregung zu verstehen - schliesslich werden dort bedeutende (!) SPD-Leute abgebildet: folgerichtig fehlen neben Lafo z.B. auch Scharping und Engholm. Die passen doch auch wohl kaum in eine Reihe mit Lassalle, Ebert, Schumacher und Brandt, oder ?

Eine Sache ist aber schon komisch an dem Bild: Wie hat sich bloß der Gerd da reingemogelt ?
:: Bjoern @ 18:45 | Link ::

:: Freitag, Mai 23, 2003 ::
warplanner...fun: Wir geben kurz ab zur Werbung...
Und hier wieder ein Produkt aus dem Hause Rummy Co. - the full Service Pentagon: der WarPlanner 1.0, bewährt in Kriegen weltweit. Plan different !
:: Bjoern @ 00:25 | Link ::

:: Mittwoch, Mai 21, 2003 ::
Mail...net: You've got Mail
Hoppla, da habe ich doch gerade eine wahnsinnig wichtige Mail von meinem Lieblings-Computer-Hersteller bekommen:
Von: AppleID@apple.com
Datum: Mi, 21. Mai 2003 15:50:51 Europe/Berlin
Betreff: Informazioni sull'ID Apple
Antwort an: AppleID@apple.com

Di seguito sono riportate le informazioni sull'ID Apple che hai richiesto:

ID Apple:xxxx
Password:xxxx

Grazie per l'interesse dimostrato nei confronti di Apple e dei suoi prodotti.
*amkopfkratz* Und das bedeutet nun genau - WAS ???
:: Bjoern @ 16:38 | Link ::

flush...usa: Und tschüß !
Bei Brad DeLong findet sich ein unkonventionelles, aber doch recht effektives 3-Punkte-Programm zum Umgang mit der Bush-Administration:
1. Open toilet.
2. Insert Bush administration.
3. Flush.
Böse, böse... Darf man so was heute noch schreiben ? ;-)
:: Bjoern @ 13:20 | Link ::

Spirale...politics: Bahn frei - Kartoffelbrei
Kaum dachte man, es kann schlimmer nicht mehr kommen, da entdeckt Hans plötzlich noch mehr hässlich tiefe, dunkle Löcher in seinem Haushalt. Und weiter geht's nach unten...

Aber keine Sorge - Hilfe ist ja unterwegs: Hans bastelt sich ein paar kleine Steuererhöhungen zusammen, Gerd schraubt an der Agenda 2010 rum und irgendwie scheinen die wirklich zu glauben, sich damit wieder einmal durchmogeln zu können.

Die Realität sieht natürlich etwas anders aus: zwar wird sich Rotgrün über Steuererhöhungen und Kürzungen bei allen möglichen staatlichen Leistungen einen prallen Sack mit 20 Mrd. Euro zusammensparen, nur leider wird der dann ohne viel Effekt im 40 Mrd. Loch der zusätzlichen (!) Neuverschuldung verschwinden - Ergebnis: Keine Senkung der Lohnnebenkosten, keine zusätzlichen Arbeitsplätze und weiter kein Wachstum...

Ganz ohne Wirkung wird das alles allerdings auch nicht bleiben ! Denn was irgendwie total vergessen wird, ist die Frage, wo das Geld eigentlich her kommt und was die Bürger damit machen würden, wenn Hans es ihnen nicht abnimmt. Fast die gesamten 20 Mrd. Euro würden vermutlich in den privaten Konsum gehen und damit helfen, die marode Wirtschaft zumindest ein wenig zu stützen.

Aber wie Münti schon im Dezember so schön deutlich machte, ist privater Konsum irgendwie Verschwendung und Verschwendung können wir uns heutzutage halt einfach nicht mehr leisten. Wer in Zeiten, wie diesen, sein Geld für sich selbst verprasst, ist echt egoistisch und total unsolidarisch. Da kann Rotgrün doch nicht einfach nur daneben stehen und zu schauen...

So nimmt das Unglück seinen Lauf: Weniger Konsum, weniger (Mehrwert-)Steuereinnahmen, weniger Arbeitsplätze, weniger Sozialabgaben, weniger Investitionen - dafür aber: mehr Arbeitslose, mehr Firmenpleiten, mehr Defizite und viel, viel mehr Ungemach für Rotgrün...

Und in einem Jahr sitzt man zusammen mit 5 Millionen Arbeitslosen vor noch größeren Löchern, schaut ganz erstaunt und fragt sich, was denn nun schon wieder schief gelaufen ist !?

Tja, sieht so aus, als wenn da nur noch beten hilft !! Wenigstens das hat Hans wohl begriffen...
Herr, hilf !!


:: Bjoern @ 10:13 | Link ::

:: Dienstag, Mai 20, 2003 ::
Bahn...politics: Der Zug ist abgefahren
Es ist schon manchmal seltsam im Leben: da setzen sich ein paar schlaue Leute zusammen, haben ein klares Ziel vor Augen und zack: heraus kommt das genaue Gegenteil !? Gutes Beispiel für so einen Fall: die Tarifreform der Deutschen Bahn im letzten Jahr.

Kundenunfreundlich, unglaublich kompliziert und voller versteckter Preiserhöhungen - jeder der dieses Reformmonster damals zum ersten Mal gesehen hat, wusste sofort: das kann nicht gut gehen! Tja, ist es ja nun auch nicht !

Heute, nach 6 Monaten schönreden, hat Bahnchef Mehdorn entschieden gehandelt und alle gefeuert, die für das Desaster verantwortlich waren - alle ausser sich selbst, versteht sich !!

Aus der FTD von heute:
"Wie das Unternehmen am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte, verlassen Christoph Franz und Hans-Gustav Koch das Unternehmen...
und wo man gerade schon mal im Aufsichtsrat zusammen saß:
...Zugleich wurde der Vertrag von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn bis zum Jahr 2008 verlängert."
Wie bei allen wichtigen Reformen in diesem Land, steckte auch hinter dieser ein kluger Kopf, nämlich der von Anna Brunotte. In einem ausführlichen Artikel über sie schrieb im Dezember 2002 die FTD unter der Überschrift "Die Preisboxerin von der Bahn":
"Ich muss Komplexität reduzieren können. Und: Ich muss Menschen begeistern und überzeugen", beschreibt sie ihr Stellenprofil."
Schön, wenn man seine Aufgabe so klar definieren kann ! Aber schade, wenn man ihr dann so gar nicht gewachsen ist...
:: Bjoern @ 19:24 | Link ::

Krugman Terror...usa: Vorne hui, hinten pfui
Sehr guter Kommentar von Paul Krugman in der New York Times zur Anti-Terror-Politik von Mr. Bush:
"Still, isn't the Bush administration doing its best to fight terrorism? No.

The administration's antiterror campaign makes me think of the way television studios really look. The fancy set usually sits in the middle of a shabby room, full of cardboard and duct tape. Networks take great care with what viewers see on their TV screens; they spend as little as possible on anything off camera.

And so it has been with the campaign against terrorism. Mr. Bush strikes heroic poses on TV, but his administration neglects anything that isn't photogenic.

I've written before about the Bush administration's amazing refusal to pay for even minimal measures to protect the nation against future attacks — measures that would secure ports, chemical plants, nuclear facilities and so on."
Tja, das passt auf jeden Fall perfekt zu der Akribie mit der Dubya seine TV-Auftritte organisieren läßt - zumindest ist er konsequent...
:: Bjoern @ 16:34 | Link ::

:: Montag, Mai 19, 2003 ::
WCY...politics: Selbst schuld !?
Der wilde Osten, die schwächelnden Amis, der Krieg, ein schlimmer Virus oder das schlechte Wetter mit viel Regen - wenn Rotgrün gefragt wird, warum die Lage stetig schlechter wird, finden sie viele Gründe. Und alle haben bestenfalls am Rande mit ihnen zu tun.

Ein wenig eindeutiger sehen dies aber Experten im Ausland, wie z.B. das International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne. Die haben in der letzten Woche ihr neues "World Competitiveness Yearbook 2003" veröffentlicht und darin ist Deutschland weiter zurückgefallen: wir liegen nun kurz hinter Malaysia...

Die Gründe dafür sind allerdings nach Ansicht des IMD nicht ganz so vielfältig, wie Rotgrün dies gerne hätte. Die FAZ schreibt dazu:
"Die Ursache für den deutschen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit erkennen die Lausanner Wissenschaftler ausschließlich in einer verfehlten Politik. Von den vier Hauptindikatoren, die in die Rangliste einfließen, hat nur das Maß der "Regierungseffizienz" seinen rasanten Einbruch fortgesetzt: Nach Rang 8 im Vorjahr und Platz 4 im Jahr 2001 steht Deutschland nur noch auf Rang 12 und damit im oberen Mittelfeld seiner Ländergruppe. In diesem Teilindikator werden der Zustand der öffentlichen Finanzen, die Fiskalpolitik, der institutionelle Rahmen, die für Unternehmen relevante Gesetzgebung (Außenwirtschaft, Wettbewerb, Arbeitsmarkt, Kapitalmarkt) beleuchtet. (...)

Die größten Schwachpunkte Deutschland sind der Arbeitsmarkt sowie die Steuer- und Abgabenlast. Es gebe immer noch nicht genügend Anreize für Arbeitslose, eine Beschäftigung anzunehmen, heißt es im Jahrbuch. Auch das Engagement von Stelleninhabern werde durch die übermäßige persönliche Steuerlast gebremst, und die Regulierung des Arbeitsmarkts biete nicht genug Flexibilität. Die Sozialabgaben zählen zu den höchsten auf der Welt. Die Gewinnbesteuerung der Unternehmen sei ebenfalls zu hoch. Zudem passe die Regierung ihre Politik nicht schnell genug an neue Herausforderungen an, die öffentliche Haushaltslage dürfte sich weiter verschlechtern, und die jüngsten politischen Maßnahmen deuteten auf eine weiter abnehmende Wettbewerbsfähigkeit hin."
Moment ! Bei der Regierungseffizienz war Deutschland 2001 auf Platz 4, in 2002 auf Nummer 8 und dieses Jahr auf Platz 12 ? Also ich will ja nicht negativ klingen, aber das schaut für mich ein wenig nach einem ziemlich unglücklichen, aber eindeutigen Trend aus, oder ?
:: Bjoern @ 11:48 | Link ::

:: Freitag, Mai 16, 2003 ::
Bush on TV...usa: Aus Scheisse kann man eben doch Butter machen !?
Während Gerd & Co. daheim immer öfter mit der Eselskappe in der Ecke stehen, zeigt der große Bruder in Washington wie es geht. Nein, nicht wie man gute Politik macht, aber doch, wie man schlechte Politik gut verkauft.

Die New York Times berichtet heute in einem ausführlichen Artikel darüber, welch krassen Aufwand Bushs Team bei der Vorbereitung von TV-Auftritten betreibt und das mit vielen kleinen, sehr interessanten Anekdoten:
On Tuesday, at a speech promoting his economic plan in Indianapolis, White House aides went so far as to ask people in the crowd behind Mr. Bush to take off their ties, WISH-TV in Indianapolis reported, so they would look more like the ordinary folk the president said would benefit from his tax cut.
Logisch: ohne Krawatte kommen die mitgebrachten Claqueure halt besonders glaubwürdig rüber und der dumme Fernsehzuschauer versteht viel eher, warum man die Superreichen endlich richtig steuerlich entlasten muss...

Eine ganze Horde von Hollywood-Profis kümmert sich inzwischen im Auftrag des Weissen Hauses darum, dass jeder Ort, an dem Dubya was wichtiges erzählen will, ausstaffiert wird wie ein Film-Set.

Die sorgen dann z.B. auch dafür, dass die Nummer mit dem Flugzeugträger so perfekt rüberkommt, wie sie es tat:
Media strategists noted afterward that Mr. Sforza and his aides had choreographed every aspect of the event, even down to the members of the Lincoln crew arrayed in coordinated shirt colors over Mr. Bush's right shoulder and the "Mission Accomplished" banner placed to perfectly capture the president and the celebratory two words in a single shot. The speech was specifically timed for what image makers call "magic hour light," which cast a golden glow on Mr. Bush. "If you looked at the TV picture, you saw there was flattering light on his left cheek and slight shadowing on his right," Mr. King said. "It looked great."

Das dies super aussah findet übrigens auch Mark Fiore in seiner aktuellen Karikatur.

Und weil Geld bei solchen Auftritten halt keine Rolle spielt, werden auch schon mal riesige Flutlichter mit dem Flugzeug nach Rumänien oder mit Schiffen in den New Yorker Hafen geschickt, um ganz sicherzustellen, dass die zwielichtigen Inhalte von Bushs Reden wenigstens optisch ins richtige Licht gerückt werden.

Schade nur, dass im profanen Alltag keine so grossen Leuchten am Werk sind, wie z.B. ein Artikel in der New York Post zeigt:
"When the U.S. Organization for Reconstruction and Humanitarian Aid (ORHA) made its first TV broadcast to the Iraqi people Wednesday night, the new channel used as its logo the eight-pointed star seen on many buildings here. If ORHA's head of communication, Margaret Tutwieler, or her staff had consulted with any Iraqis before adopting this logo, they'd have known that the eight-pointed star is the symbol of . . . the Ba'ath Party."

:: Bjoern @ 20:30 | Link ::

:: Donnerstag, Mai 15, 2003 ::
Status quo...politics: Status Quo oder Status Go ?
Letztes Jahr wurde uns ein stagnierendes Wirtschaftswachstum noch euphemistisch als "schwarze Null" und folglich nicht so schlimm verkauft. Nun schaut es aber so aus, als wenn sich die schwarze Null langsam aber sicher rot einfärbt. Aus der FTD von heute:
Rezessionsgefahr für deutsche Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt ist nach Angaben des Statistischen Bundesamt im ersten Quartal überraschend geschrumpft. (...) Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Vierteljahr 2003 gegenüber dem Vorquartal - saison- und kalenderbereinigt - um 0,2 Prozent. (...) Rutscht das BIP auch im zweiten Quartal ins Minus, würde das ein Abrutschen in die Rezession bedeuten. (...)
Aber hey: "-0,2%" ? Das ist ja nur ein ganz kleines bisschen rot... Doch kein Grund gleich das böse R-Wort in den Mund zu nehmen !!

Und überhaupt, ist doch klar wer Schuld daran ist: der böse Ami mit seinem Krieg und dieses blöde Virus... und beides wollten wir nicht haben... da können wir jetzt auch nix mehr dran ändern... Pech... ist halt so... Anderes Thema bitte...

So oder so ähnlich wird vermutlich die Reaktion des Gerd-Show-Ensembles in den Talkshows am Wochenende aussehen. Und irgendwie ist es ja jedem klar: die fetten Jahre sind vorbei, Wachstum gibt's woanders, aber nicht hier ! Aber wieso eigentlich ?

Seit Jahrzehnten dümpelt Deutschlands Wirtschaftswachstum so vor sich hin. Und jeder scheint sich damit abzufinden. Das Einzige was sich mit der Zeit geändert hat, ist die Begründung für diesen Fatalismus: Vor 1990 hiess es, uns geht es so gut, wir können halt nicht mehr wachsen. Seit 1990 ist allen klar: dem Osten geht's so schlecht, der zieht uns alle runter, jetzt können wir halt deswegen nicht mehr wachsen. Zwei Mal das gleiche Problem, aber zwei vollkommen entgegengesetzte Ausreden, warum man eine Lösung gar nicht erst erwarten kann.

Warum ist Ostdeutschland eigentlich nie zum Wachstumsmotor für das ganze Land geworden ? Klar, weil's nicht geht ! Stellen wir die Frage anders: Warum schauen die Menschen in vielen armen osteuropäischen Staaten bei über 5% Wachstum zuversichtlich dem EU-Beitritt entgegen, während im mit Westgeld aufgepumpten Ostdeutschland Stagnation und Hoffnungslosigkeit als selbstverständlich akzeptiert werden ??

Dafür gibt es sicher viele kluge Erklärungsmodelle, aber mir fällt dazu ein Zitat ein, das ich vor einiger Zeit irgendwo gelesen habe:
"If you don't have audacious goals, your people will be status quo instead of status go."
- Roy Spence Jr., Founder and President, GSD&M
Den Rentenbeitrag von 13,5% auf 12,8% zu senken, ist kein "kühnes Ziel" - ein Wachstum von 1,5% sicher auch nicht... So schafft man keine Aufbruchstimmung, sondern "gestaltet" nur den Abstieg...

Aber was wäre, wenn wir zukünftig von unserer Regierung Vollbeschäftigung, 5% Wachstum und eine Staatsquote von unter 40% erwarten würden ? Wäre dieses Land dann endlich wieder im Status Go ?? Vielleicht...

Aber ganz sicher würde dann der nächste Kanzlerkandidat vorher mal intensiv darüber nachdenken, ob er den Job wirklich will und warum !! Und damit wäre doch schon eine Menge gewonnen, oder ??
:: Bjoern @ 16:45 | Link ::

:: Mittwoch, Mai 14, 2003 ::
Salam...irak: Trial and error on a whole country?
Ein gutes Beispiel dafür, welchen Sinn Weblogs haben, ist die Seite von jemandem mit dem "Decknamen" Salam Pax. Er wohnt anscheinend in Bagdad und schildert in seinem Blog vollkommen ungefiltert persönliche Eindrücke und Erlebnisse aus dieser Stadt.

In seinem letzten Posting vom 9.Mai 2003 fand ich einen Absatz am interessantesten:
"American civil administration in Iraq is having a shortage of Bright ideas. I keep wondering what happened to the months of “preparation” for a “post-saddam” Iraq. What happened to all these 100-page reports, where is that Dick Cheney report? Why is every single issue treated like they have never thought it would come up? What’s with the juggling of people and ideas about how to form that “interim government”? Why does it feel like they are using the [lets-try-this-lets-try-that] strategy? Trial and error on a whole country?"
Das erklärt wohl ziemlich deutlich, warum die USA gezwungen waren, ihre so genannte Zivilverwaltung von heute auf morgen komplett auszutauschen.

Wirklich seltsam, dass es nach einer so langen Vorbereitungszeit und einem so "gut" durchgeplanten Krieg, praktisch keine wirklichen Pläne für den Frieden zu geben scheint. Vielleicht haben sich Dubya und seine Schergen einfach zu sehr daran gewöhnt, diese Art von Arbeit, wie zur Zeit in Afghanistan, den "alten" Europäern zu überlassen - trotz allem Gemeckere über uns...
:: Bjoern @ 17:04 | Link ::

:: Dienstag, Mai 13, 2003 ::
Gästebuch / Kommentare...intern: Jetzt wird zurück gemeckert
Nach ein paar Monaten der Stagnation habe ich nun mal wieder ein bisschen an meinem Weblog rumgeschraubt und siehe da: nun kann es Kommentare... (In diesem Zusammenhang übrigens besten Dank an Tobias Schwarz für die guten Tipps !!)

Falls also jemand nicht zufrieden ist, mit dem, was ich hier so fabriziere und mir mal richtig die Meinung geigen will, nur zu ! Allerdings ist Zustimmung natürlich auch jederzeit willkommen... ;-)

Und für alle, die nur mal kurz Hallo sagen wollen, gibt es ab sofort ein Gästebuch.

Also, los geht's ! Worauf wartest Du... ;-))
:: Bjoern @ 21:03 | Link ::

:: Montag, Mai 12, 2003 ::
Würstchenbude...politics: Kleiner Gruß aus Köpenick !
Während Hans und seine Mitstreiter noch kopfschüttelnd auf ihren implodierenden Haushalt starren, zeigt das ZDF, wo das wirkliche Problem in diesem Land liegt: In WISO geht es gerade um einen Langzeitarbeitslosen aus Berlin, der auch ohne rotgrünes Fordern-und-Fördern keine Lust mehr hatte zu Hause rum zu sitzen.

Stattdessen machte er sich selbstständig und verkauft seit einem Jahr Bratwürste an einem eigenen Stand. Er verdient recht gut, die Kunden sind extrem zufrieden und alles könnte so schön sein. Tja, wenn da nicht Vater Staat und seine Bediensteten wären...

...denn einen Schönheitsfehler hat die ganze Idylle: sein Bratwurst-Grill ragt knapp 40 Zentimeter zu weit in den Gehweg rein. Da sind zwar noch über 5 Meter Platz, aber 40 Zentimeter sind halt 40 Zentimeter - laut Vorschrift ist das eine unzulässige Behinderung. Und auch wenn noch drei Kinderwagen neben einander passen, der Mann von der Behörde ist gnadenlos: mit todernster Mine verkündet er, dass es sein Job wäre, Vorschriften durchzusetzen und die sind nun mal eindeutig ! So nimmt das Unglück seinen Lauf: nächste Woche wird entschieden, ob der Stand weg muss und es einen Arbeitslosen mehr gibt...

Aber stimmt schon: Ordnung muss sein. Und wenn der Mann dann wieder zurück bei Arbeitsamt ist, hat Rotgrün sicher irgendeine schicke Arbeitsbeschaffungsmassnahme für ihn: den Grunewald fegen oder so... auf Kosten der Steuerzahler... Haushaltslöcher hin oder her... soviel Geld wird schon noch da sein...
:: Bjoern @ 20:20 | Link ::

Loch...politics: Das Schwarze Loch
Auweia! Nichtganzsosuperminister Hans hat sich am Wochenende die Grubenlampe geschnappt und ist in den Keller seines Ministeriums gestratzt. Er wollte mal nachschauen, ob das Loch im Haushalt noch da ist.

Um es kurz zu machen: es ist ! Wie tief es aber inzwischen runtergeht, weiss niemand. Wenn ich allerdings den Artikel bei Spiegel Online richtig deute, scheint wohl schon starker Schwefelgeruch hochzuziehen !!

Es geht halt auch wirklich mit dem Teufel zu: Rotgrün reformiert (Neusprech für "erhöht Steuern") wie die Weltmeister und was passiert: trotzdem ist immer weniger in der Kasse !?

Gut, jeder VWL-Student im Grundstudium könnte erklären, warum immer höhere Steuersätze nicht unbedingt höhere Einnahmen bedeuten. Aber dummerweise sitzen im Kabinett vor allem Lehrer und Juristen - die staunen nun verwundert in die gähnende Leere, die sich da vor ihnen auftut...

Ihre Laune wird dadurch leider nicht besser!! Denn jetzt ist der Bürger wohl selbst Schuld. Dann wird halt richtig "reformiert": Mehrwertsteuer rauf, Besteuerung von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, Einführung von Studiengebühren ab dem 1. Semester - usw. usw.

Also alles Maßnahmen, die an den Strukturproblem so gar nichts ändern, sozial vollkommen unsinnig sind und dasselbe Ergebnis bringen, wie alle Steuererhöhungen vorher auch... Lernfähigkeit ist nicht gerade Kernkompetenz bei Rotgrün...

Aber interessant ist der ganze Ärger trotzdem:
Wenn die Gerd-Show diesen Blödsinn, zusammen mit der Agenda 2010, nämlich wirklich durchbekommt, zeigt es eindeutig, dass man sich in Deutschland sehr wohl gegen die ach so starken Interessengruppen durchsetzen kann. Dann bräuchten wir eigentlich nur noch eine kompetente Regierung mit einem durchdachten Reformkonzept und alles wäre bald wieder in Butter !!

Tja, aber woher nehmen und nicht stehlen ??
:: Bjoern @ 20:08 | Link ::

:: Sonntag, Mai 11, 2003 ::
Ulla...politics: Ulla sagt, wie es ist !?
Ich schaue gerade im ZDF die Sendung halb 12. Zu Gast ist heute Superministerin Ulla und ich kann kaum glauben, was ich da höre:

Vor ein paar Minuten hat sie sehr logisch begründet, warum sie zuversichtlich ist, dass die Erhöhung der Tabaksteuer richtig Geld in die Kassen spülen wird und die Leute nicht einfach aufhören zu rauchen. Auch wenn sie es nicht ausgesprochen hat, so merkte man doch, dass sie heilfroh ist, dass Nikotin süchtig macht...

...aber jetzt erzählt sie allen Ernstes, dass Zigaretten ganz fürchterlich schädlich sind. Deshalb wird die Bundesregierung sehr bald eine (sicher nicht ganz billige) Kampagne gegen das Rauchen starten !?

Wahnsinn, oder ? Sie schafft es doch tatsächlich innerhalb von 10 Minuten zwei sich vollkommen ausschliessende Standpunkte als ihre Meinung zu vertreten, ohne dabei auch nur den geringsten Anschein aufkommen zu lassen, dass sie gerade bewusst die Zuschauer total verarscht ?! Ist das jetzt ein Zeichen paranoider Schizophrenie oder hat man als rotgrünes Regierungsmitglied einfach nur genug Übung in so was ?

Und warum macht wohl der interviewende Journalist so einen Blödsinn mit ?
:: Bjoern @ 11:51 | Link ::

:: Freitag, Mai 09, 2003 ::
sommer...politics: Seelig sind die Unwissenden
Bei Herrn Sommer vom DBG scheint die Welt ja echt noch in Ordnung zu sein. Zumindest hat er eine ziemlich klare Lebensmaxime:
"Wenn Du die Wahl hast zwischen der Taube auf dem Dach und dem Spatz auf der Hand, dann mach einfach die Augen zu und nimm die Taube auf der Hand"
Das Gefühl muss zumindest jemand bekommen, der in sein "Hintergrundpapier Mut zum Umsteuern" schaut. Selbst dem eher "linken" Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung fällt dazu nur eins ein: "Nicht einmal einzelne Elemente brauchbar".

Dem DGB geht es doch finanziell sicher ganz gut, oder ? Könnten die sich nicht mal ein paar aktuelle VWL-Bücher kaufen und die alten Schinken aus den Siebzigern ins Altpapier geben ??
:: Bjoern @ 11:14 | Link ::

:: Donnerstag, Mai 08, 2003 ::
Gesundheit...politics: "Ministerin Ulla informiert: Rauchen ist gut für unsere Gesundheit !"
Wenn Rotgrün reformiert, dann heisst das für Otto Normalsteuerzahler "Portemonnaie auf den Tisch und einen Schritt zurücktreten". Genauso kam es auch heute, da wurde nämlich mal wieder das Gesundheitswesen gerettet.

Und da Rotgrün für echte Reformen sowohl Mut als auch Kompetenz fehlt, müssen halt die Raucher ran: die Schachtel Glimmstengel wird um einen satten Euro (früher fast 2 Mark !!) teurer - wie gut, dass ich Nichtraucher bin !!!

Was für den unwissenden Laien schon wieder aussieht wie eine hilflose Notoperation, klingt bei Grünen-Fraktionschefin Krista Sager natürlich viel freundlicher:
"Ich habe den Eindruck, dass es in der Bevölkerung akzeptiert wird, dass die Raucher hier einen Beitrag leisten für diese gesellschaftspolitisch gewollten Leistungen"
Also liebe Nichtraucher: blickt doch bitte zukünftig im Restaurant mit ein bisschen Bewunderung und Anerkennung auf den Tischnachbarn, wenn der Euch mit seinem stinkigen Gepaffe auf die Nerven geht. Er tut nur seine gesellschaftspolitische Pflicht !!

Und wer es nicht glaubt: hier der imposante grafische Beleg dafür !! Ich hatte übrigens unrecht: in diesem Land steigen doch nicht nur Arbeitslosenquote, Rentenbeiträgen und Staatsdefizit...
:: Bjoern @ 20:42 | Link ::

Zeitung...politics: Alles könnte so schön sein !?
Zeitung lesen macht heutzutage einfach keinen Spass mehr - es wird schnell langweilig. Egal welche man liest, die Überschriften sind immer die gleichen. Hier eine kleine Auswahl von Schlagzeilen allein aus dieser Woche und es ist erst Donnerstag !!Hmm - Moment ! War das wirklich diese Woche ? Nicht letzte ?? Oder vielleicht doch aus dem letzten Jahr ??? Egal !!!! Es ist fast wie bei einer kaputten Langspielplatte (weiss noch jemand, was das ist?): man hört immer wieder dieselbe Stelle und langsam aber sicher geht einem das Lied mächtig auf die Nerven.

Inzwischen hat man wie selbstverständlich das untrügliche Gefühl, dass es nur noch bei Arbeitslosenquote, Rentenbeiträgen und Staatsdefizit nach oben gehen kann. Aber wieso eigentlich ? Probleme sind schliesslich da, um gelöst zu werden. Das einzige was fehlt, ist eine visionäre Regierung, die ein gut durchdachtes Konzept so perfekt kommuniziert und umsetzt, dass das ganze Land mitgerissen wird und zack - plötzlich stehen solche Schlagzeilen in der Zeitung:
  • Regierung startet umfassendes Reformprogramm: "Die Zeiten der staatlichen Bevormundung sind vorbei"

  • Grundlegende Neugestaltung des Sozialsystems schafft neues Vertrauen

  • Ostdeutschland entwickelt sich zu Wachstums- und Reformmotor

  • Überwindung der Strukturkrise löst neues Wirtschaftswunder aus

  • Streit zwischen Regierung und Opposition über Verwendung des Haushaltsüberschusses verschärft sich

  • Novelle des Zuwanderungsgesetzes soll Problem des Arbeitskräftemangels lösen
Okay, okay - schon gut... Ich mach ja nur Spass ! Will ja niemandem die schlechte Stimmung vermiesen !!

Wer jeden Abend um 20:00 Uhr das traurige Häufchen von Lehrern, Studienabbrechern, Beamten und Juristen im Fernsehen sieht, die die politische Elite in unserem Land stellen, der weiss, was an diesem Bild nicht stimmt: Worte wie "visionär", "durchdachtes Konzept", "perfekte Umsetzung" oder "mitreissen" bringt ganz sicher niemand in Verbindung mit dem Begriff "Regierung" - stimmt's ?

Aber eigentlich schade, dass wir uns so daran gewöhnt haben. Die anderen Schlagzeilen würde ich nämlich viel lieber lesen. Und warum sollte das nicht möglich sein ?
:: Bjoern @ 15:01 | Link ::

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